Der Weinguglhupf
"Ja, die Großmutter hat ihn immer gemacht, aber so genau kann ich mich nicht erinner, wir haben ja fast nichts davon gekriegt ..."
Das ist eine Erinnerung meiner Freundin an diese burgenländische Spezialität aus ihrer Kindheit. Im Seewinkel, in Illmitz, als wärmendes Dessert zu Weihnachen genossen, wurde er in anderen Gemeinden rund um den Neusiedler See - vor allem in Gols - eher als kühle Erfrischung an heißen Sommertagen gegessen.
Dieses auch als "bsoffene Liesl" oder "bsoffener Hansl" bezeichnete Dessert ist eben ein richtiges Bauernessen - einfach in der Zubereitung und günstig bei den Zutaten. Was den Weinguglhupf von herkömmlichen Germ-, Biskuit- oder Marmorguglhupfen utnerscheidet, ist die Verwendung von Semmelbröseln anstelle von Mehl - und, wie der Name schon sagt, die Zugabe von Wein.
Hier die Zutaten:
5 Eier, 10 EL Kristallzucker,
10 (große) EL Semmelbrösel
1/2 l Weißwein (vorzugsweise ein fruchtiger Weißwein wie z.B. Welschriesling), 1/2 l Wasser, Zucker nach Geschmack, Zimtrinde,
ein paar Gewürznelken
Zubereitung:
Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen, Semmelbrösel dazu und die Masse in eine gebutterte und mit Semmelbröseln ausgestreute Guglhupfform gießen;
bei 180° backen;
den fertigen Guglhupf in eine breite Schüssel stürzen.
Wein mit Wasser, Zucker und Gewürzen aufkochen und den noch warmen Guglhupf langsam damit begießen. Der Guglhupf steht dann fast bis zu einem Drittel in einem heißen, süßen Weinbad. Dieser Tränkvorgang wird des Öfteren wiederholt, damit der Guglhupf durch und durch saftig, oder besser gesagt "bsoffen" wird.